10.03.05 Stephan Szillus
Justus League Pt.3 – L.E.G.A.C.Y.
Nachdem Kollege Hannes euch bereits mit Informationen über die Entstehung der Justus League und deren Zugpferd Little Brother versorgt hat, erreichen wir nun die nächste Ebene. Die Erwartungen an das im Mai erscheinende Debütalbum des Rappers L.E.G.A.C.Y. mit dem Titel "Project Mayhem" sind beachtlich, gerade weil er mit denselben Produzenten zusammengearbeitet hat, die auch schon Rapper Pooh bei seinem grandiosen Solodebüt "Sleepers" unterstützt haben. Grund genug, mal eben in North Carolina durchzuklingeln und ein paar Statements des selbstbewussten MCs einzuholen.
Also Leg, wie lange bist du jetzt schon am Start?
Meinen ersten Rhyme habe ich 1986 geschrieben. Es war ein Rip-off von Run DMC’s “My Adidas” mit dem Titel “My Reeboks”. Das war echt übel, aber hey – ich war gerade mal sieben oder acht Jahre alt.
In den 90ern habe ich es eine lange Zeit schleifen lassen, auch weil mein Bruder mir einredete, dass man mit Rap nichts werden kann. Erst als ich Leute aus meinem Umfeld in der Schule sah, die etwas auf die Beine stellten, fing ich auch wieder an. 1994 hatte ich meinen ersten Auftritt, vor ein paar Jahren kamen die ersten Singles und Mixtapes, und jetzt bin ich endlich an dem Punkt, an dem ich schon längst sein sollte.
Was können wir von deinem Album erwarten?
Es ist ein solides, hochwertiges Album mit einer ziemlich düsteren Gesamtstimmung und ehrlichen Lyrics. Ich habe viele Geschichten geschrieben, die Leute zum Weinen bringen könnten. Man sollte die Platte in erster Linie nachts hören. Versucht nicht, das Album zum ersten Mal am Tag zu hören. Mein Leben verlief nicht gerade sehr positiv, als ich die Songs geschrieben habe. Die Produktion hat der außergewöhnliche 9th Wonder übernommen – what up, Ninth? –, und Khrysis a.k.a. The Next Dude hat auch ein paar Beats beigesteuert.
Wie bist du damals zur Justus League gestoßen?
Mein Manager Big Dho – the head honcho, the big chief, the general, yada yada yada – hatte sich etwa 1999 überlegt, eine Gruppe aus ein paar Künstlern zu formieren, um das Geschäftliche besser regeln zu können: Dazu gehörten Little Brother, das Away Team, Joe Scudda, Chaundon und noch ein paar andere. Wir haben gemeinsame Träume und Ziele und vor allem viel Liebe zur Musik. Ich kam etwa 2001 zur Justus League. Die Justus League ist eher ein künstlerisches Kollektiv, während die Hall of Justus den geschäftlichen Rahmen bietet.
Es wirkt, als wolltet ihr eine Art Gegenpol zum aktuellen Mainstream bilden.
Ehrlich gesagt weiß ich überhaupt nicht, was zur Zeit im Mainstream passiert. Ich höre hier und da ein paar Tracks, aber eigentlich interessiere ich mich nicht für andere Künstler. Natürlich ist unser Zeug anders, denn wir imitieren nicht MC-Such-and-Such oder MC Rudy-Pooh-Candy-Ass, weißt du? Wir werden das Game flachlegen, glaub mir.
Wofür steht dein Name?
Das ist ein Akronym für „Life ends gradually and changes you“. Es steht dafür, dass wir alle gleichzeitig leben und sterben. Es gibt nun mal beide Seiten des Spektrums. Und zwischen der Geburt und dem Tod steht die Veränderung. Es ist nicht gerade sehr deep, aber du weißt, wovon ich rede.
Welche Rapper haben dich beeinflusst?
LL Cool J, Big Daddy Kane, Kool G Rap und Ice Cube. Dieses Level von Qualität findet man im heutigen Hip-Hop eher selten. Ich meine das jetzt nicht auf die kommerzielle Ebene bezogen, sondern einfach nur auf die Qualität. Wenn die Musik gut ist, dann ist es mir scheißegal, ob sie kommerziell erfolgreich ist oder auch nicht. Früher war ich ein ziemlich schlimmer Underground-Dogmatiker. Heute höre ich mir auch The Game oder Lil’ Wayne an. Ein gutes Album ist schließlich ein gutes Album.
Was kannst du als MC zum Game hinzufügen?
Ich bin nicht nur ein Rapper, sondern ein echter Künstler. Ich weiß gar nicht, ob ich noch allzu lange rappen will. Ich benutze das Rap-Game eher als Katapult und als Plattform. Ich bin ein Lyricist und ein Storyteller. Niemand kann mir im Geschichtenschreiben das Wasser reichen. Aufgrund meiner Einstellung werde ich aber niemals der beste Rapper mit dem verrücktesten Flow sein. Ehrlich gesagt, liegen meine Stärken eher in den Live-Shows und im Songwriting als im Flow. Auch wenn ich mich in der Zukunft mehr auf diese Flow-Sache konzentrieren will. Ich arbeite gerade mit Shaundon an einem Projekt namens „The Embassy“, und dort werde ich erste Ergebnisse präsentieren.
Was liegt sonst in der Zukunft an?
Wir werden jetzt richtig angreifen und das Game übernehmen. Das ganze Jahr wird die Justus League eine Veröffentlichung nach der anderen raushauen. Das Album von Rapper Pooh war erst der Anfang. Mein Album kommt am 17. Mai heraus, genau wie das Album “National Anthem” vom Away Team, das aus Sean Boog und Khrysis besteht. Dann kommt noch 9th Wonder’s Producer-Album “The Dream Merchant”, das zweite Little Brother-Album “The Minstrel Show” und eventuell noch Platten von Chaundon, Median und Joe Scudda. Weißt du, wir haben die Arbeitseinstellung von Tupac. Wir bleiben im Studio und machen keine Pausen. We’re ready to pop off.
ltz
11.03.05hammer interview. you rock.
des
11.03.05f**** indeed.
stallion
12.03.05a good one dawg!
scs
13.03.05thx everybody…peace