2.04.08 Johannes Desta
Shook Magazine - direkt aus London
Vor wenigen Wochen hat in der britischen Hauptstadt ein kleines Magazin namens Shook Magazine das Licht der Welt erblickt. Thematisch breit gefächert, wartet das englischsprachige Heft auch mit einigen Rapthemen auf. Da wäre etwa das umfangreiche Detroit-Feature mit Texten zu Guilty Simpson, Denaun Porter, Invincible und Black Milk. Auch die Artikel zum japanischen Produzenten und DJ Muro, sowie über das Londoner Dubstep-Schwergewicht Benga sind ihre Lesezeit wert.
Darüber hinaus berichten Autoren über Leute wie Paula Court, die den New Yorker Untergrund der 1980er-Jahre fotografisch festgehalten hat oder über ein Musikphänomen in Mittelamerika namens Garifuna. Besondere, der eigenen Herkunft geschuldete Erwähnung verdient
an dieser Stelle der Artikel über Äthiopiens Musikszene, die sich nach ihrer praktischen Zerschlagung in den Siebzigern des vorigen Jahrhunderts nun langsam wieder aufrappelt.
Alles in allem wartet die Winterausgabe 2008 mit vielen interessanten, ofmals skurrilen Nischenthemen auf, die in einem gewöhnlichen Musikmagazin nie in einem solchen Umfang stattfinden würden, wo wir auch schon beim Reiz dieser Debütausgabe wären. Das Heft scheint die üblichen Marktmechanismen schlicht zu ignorieren. Lediglich zwei Seiten Werbung sind zu finden, dafür reichlich Inhalte. Womöglich ist dieser praktisch werbefreie Status aber lediglich der ersten Ausgabe vorbehalten, die dann zur Akquise herangezogen wird.
Das Magazin wird in Deutschland exklusiv über seen-site.com vertrieben. Dort finden sich auch weitere Screenshots der Premieren-Ausgabe.