7.05.07 Steffen Bauer

DJ Jazzy Jeff – The Return Of The Magnificent

DJ Jazzy Jeff – The Return Of The Magnificent
4 Sterne Rating
»Gut aber nicht herausragend.«

So ziemlich jeder wird Jazzy Jeff schon mal im Fernsehen gesehen haben. Als Will Smiths etwas dümmlicher Homie »Jazz« in der Sitcom »Der Prinz Von Bel-Air«. Doch heutzutage wissen leider nur die wenigsten, dass dieser Mensch auch Musik macht.

In den Achtzigern und frühen Neunzigern war er mit Will Smith als »DJ Jazzy Jeff & The Fresh Prince« unterwegs. Die beiden gewannen 1989 als erster Act den Grammy in der Kategorie Best Rap Performance für ihren Hit »Parents Just Don’t Understand«. Nach dem Bruch mit Will Smith und dessen Aufstieg als Hollywoodstar wurde es ruhig um Jeff, der eher zufällig zu seiner Rolle in »Der Prinz von Bel-Air« kam und seine schauspielerische Tätigkeit nie der Musik vorzog. Er ging zwar weiterhin mit Will auf Tour und produzierte auch einige Stücke für dessen Alben, doch eine Einheit, wie sie zwischen den beiden in den Achtzigern existierte, war schon lange nicht mehr auszumachen. Im Jahre 2002 erschien schließlich eine Produzenten-LP namens »The Magnificent« über das englische Label BBE. Dieses Album überzeugte trotz – oder gerade wegen – der Abstinenz vom vielbeschäftigten Will Smith. Jazzige Beats trafen dort auf die Reimkunst von Untergrund-Recken wie The Last Emperor, J-Live oder Freddie Foxxx. Jetzt meldet sich Jeff mit seiner nächsten LP zurück, simpel betitelt mit »The Return Of The Magnificent«.

Auf dem ersten Track ist der mir bisher unbekannte Twone Gabz zu Gast, der über einen entspannten Pianoloop besonders mit seinem Wortwitz überzeugt (»Unless you’re really unkillable I don’t feel your rap, you’re okay, but you’re no Biggie like Gorilla Black!«). Auch »Let Me Hear You Clap« mit Pos von De La Soul weiß zu überzeugen. Pos lässt hier eine ein wenig ironisch wirkende Bemerkung über Will Smith ab:»...unlike Will, who make the mills as an actor, Jeff’s the DJ, I’m still the rapper!«. Jeff hat sein Handwerk nicht verlernt und verziert den Beat mit einigen Vocalscratches. Darauf folgen die wirklichen starken Songs des Albums. »Run That Back« mit Black Ice und Eshon Burgundy ist ein poetisches Meisterwek auf einem Traum von einem Beat, »The Definition« mit Kel Spencer klingt ein wenig wie eine Fortsetzung von »For The Love Of The Game« von Jeffs vorheriger LP und »Touch Me With Your Hands« mit der Sängerin Chinah Blac ist Neosoul vom Feinsten.

Mit der ersten Single des Albums, »Jeff N Fess«, ist Jeff jedoch kein besonders guter Track gelungen. Da helfen auch die Rhymes des eigentlich hervorragenden Rhymefest nicht. Das Instrumental klingt schlicht uninspiriert und nicht wirklich nach 2007. Der nächste Track, »Practice« mit dem rappenden Schullehrer J-Live am Mic, ist ebenfalls eher im Mittelmaß anzusiedeln. Das gleiche gilt für »Supa Jean« mit Jean Grae, von der wir ein komplett von 9th Wonder produziertes Album erwarten dürfen. J-Live und Jean Grae rappen sicherlich überdurchschnittlich gut, doch Boom-Bap-Beats liegen Jeff nicht wirklich. Auch Raplegende Big Daddy Kane hätte man eher auf einem solchen Beat erwartet, doch erfreulicherweise führt er das Album zu seinem nächsten Höhepunkt. »The Garden« ist ein entspannter Song für freie Tage, in dem Kane eine Strophe an die gefallenen Soldaten der Kultur richtet und dabei nicht diejenigen auslässt, die öfters mal vergessen werden (»Respect to Freaky Tah, Big L and Big Pun, the big one, that left the Terror Squad forever scarred…«). Füße hochlegen und genießen!

Kardinal Offishall und Method Man liefern auf »She Was So Flyy« und »Hold It Down« respektable Leistungen ab, doch die nächste Perle liefert Jeff gemeinsam mit dem altehrwürdigen CL Smooth. »All I Know« unterstreicht ein weiteres Mal dass Jeffs Stärken im Bereich der jazzigen Beats liegen. Die nächsten beiden Tracks mit Twone Gabz (»Go See The Doctor 2k7«) und Raheem Devaughn (»My Soul Ain’t For Sale«) können dieses Niveau jedoch nicht halten. Mit Dave Ghettos »Come On« geht es wieder aufwärts. Jeff flippt hier das selbe Sample, welches bereits vor über 10 Jahren für Method Mans »All I Need« verwendet wurde. Der letzte Song der LP, »Brand New Funk 2K7«mit Peedi Peedi beweist, dass Jeff eben auch gute Beats außerhalb des Dilla’schen Neosoulvibes basteln kann. Mehr Just Blaze, weniger Dilla an dieser Stelle. Dope! Auch die ironischen Skits, welche Jeffs Beziehung zu Will Smith ein wenig aufs Korn nehmen, sind äußerst unterhaltsam.

Insgesamt ist Jazzy Jeff ein gutes, jedoch kein herausragendes Album gelungen. Eine Weiterentwicklung vom Sound von »The Magnificent« ist nicht zu erkennen. Eher eine minimale Rückentwicklung, was möglicherweise am Fehlen von Kev Browns Helferqualitäten liegt – nach eigenem Bekunden habe dieser »The Magnificent« zum größten Teil selbst produziert. Dennoch bleibt Jeff ein respektabler und in Mainstreamkreisen unterschätzter Produzent, der auch mit über 40 noch bessere Tracks zimmert als viele seiner nur halb so alten Kollegen.

  

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